- Ich über mich -


Ursula           Grzanna

 geb. Ecker,

geb. am 26.09.1939 in Düsseldorf-Reisholz als 3. von 4 Kindern


Ich erblickte am 26.09.39 in Düsseldorf-Reisholz das Licht der Welt, ein paar Tage nachdem der 2. Weltkrieg ausgebrochen war. Die beiden Lausejungen, die schon vorhanden waren, machten mir das Leben schwer. Zum ersten Mal bekam ich es zu spüren, als sie mich betrachten wollten und sich dabei an dem Rande des Stubenwagens hochziehen wollten, natürlich beide auf derselben Seite, wobei der Korb umkippte. Jedenfalls war ich den Beiden ausgeliefert. Eigentlich war Kurt ja doch froh, endlich Verstärkung bekommen zu haben und übernahm später sogar die Beschützerrolle. Außerdem konnte man so einem Winzling vieles in die Schuhe schieben. Mit mir als Persönlichkeit hatten die beiden ja gar nicht gerechnet. Als ich nun ankam, sah und siegte, machten sie Front gegen mich und deshalb kippte der Stubenwagen nicht nur einmal um. Ich hatte wirklich nichts zu lachen und Jungs wie Kurt und Ulli konnten mit so was wie mir nichts anfangen. Jedoch sollte das sich bald ändern, denn ich hatte bald herausgefunden, wie man mit den Männern umgehen musste! Ich legte mir einen gewissen Augenaufschlag zu. Mit 11 Monaten hatte ich meinen Opa schon fest umgarnt. Das war gar nicht so einfach, weil mein Opa ein – in meinen Augen – recht harter, unnahbarer Mann war.

Am 08.02.1941 bekam ich Unterstützung in Form meiner Schwester Irmgard, wenngleich ich dafür etwas von der Aufmerksamkeit, die man mir schenkte, abgeben musste. Laut Aussage von Verwandten, wurde Irmchen auch von uns mit dem Stubenwagen umgekippt, wahrscheinlich lag es am Stubenwagen.

Jetzt waren wir zu viert und machten meiner Mutter das Leben nicht gerade leicht. Meinen Vater sahen wir nur sporadisch, wenn er Urlaub hatte, also kennengelernt habe ich ihn eigentlich nicht.

1945 wurde ich in Düsseldorf-Hassels eingeschult, verbrachte dort vier schreckliche Grundschuljahre, bis ich 1949 zur Gemeinschaftsschule in Düsseldorf-Benrath gehen durfte und dort den Rest meiner Hauptschulzeit verbrachte. Danach begann ich eine Lehre im Damen-und Herrenschneider-Handwerk und ging nebenbei in die Berufsschule Düsseldorf-Eller.

Ich habe später geheiratet und vier Kinder erzogen. Nun bin ich hauptberuflich Oma und hoffe, es noch viele Jahre zu sein.
 


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