trauriges aus der domstadt

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am 21. mai 2009 verliert im alter von nur 28 jahren robert müller, der torwart des kec
("die kölner haie") und der deutschen eishockey-nationalmannschaft den kampf gegen seinen gehirntumor. der liebe gott sei seiner seele gnädig.


am 3. märz 2009 bricht im zuge der u-bahn-arbeiten das kölner stadtarchiv in sich zusammen. in der folge müssen mehrere wohnhäuser im severinsviertel aus sicherheitsgründen abgerissen werden. zwei tote sind zu beklagen.


mehr als 3000 obdachlose bevölkern anno 2000 unsere stadt. einige
sind arbeitsscheu, andere stolz darauf, berber zu sein; aber viele und auch unbescholtene
und ehemals wohlhabende bürger sind unverschuldet durch die maschen des sozialen netzes gerutscht und wissen nicht mehr ein noch aus. die stadtverwaltung ist derweil in einen gigantischen
 neubau vor der kölnarena umgezogen. und ein neues polizeipräsidium mit eigener autobahnanbindung haben wir uns auch geleistet.


dafür werden die klassenräume unserer stadtkölnischen schulen nur noch einmal in
 der woche gereinigt. schmutz und allergien breiten sich aus. ganze elternschaften putzen
 in ihrer freizeit, um das leibliche wohl ihrer kinder nicht weiter zu gefährden.


ob im altehrwürdigen rathaus mit seinem neuen gläsernen aufzug nur für
den oberbürgermeister auch nur einmal pro woche geputzt wird?



- todesanzeige -

 am samstag, dem 13. märz 1999, wurde in köln-deutz nach einem erfüllten leben unsere geliebte freundin und wegbegleiterin, die
kölner sporthalle, öffentlich hingerichtet. sie musste sterben, weil
sie älter und unscheinbarer war als die neue köln-arena und somit
nicht mehr das erforderliche geld anzuschaffen in der lage war.

gegen den ersten elektroschock um sieben uhr morgens konnte sie
sich noch tapfer aufbäumen. kurz vor sechs uhr abends aber gab
sie für immer ihren geist auf.

wir kölner werden ihrer immer eingedenk sein, zumal sie das flair
hatte, welches ihre aufgeblähte nachfolgerin nicht hat und nie
haben wird.man gedenke nur der unvergesslichen sechs-tage-rennen
zum jahreswechsel!

gott sei ihrer armen seele gnädig! - amen.

die einäscherung fand heute unter lautem getöse
auf dem kölner messegelände statt.


unser ex-regierungspräsident hatte wieder einmal zugeschlagen: es gehe nicht an, wie am 15. april a.d. 1999 der presse zu entnehmen war, dass kölner schulen an weiberfastnacht einen beweglichen ferientag  einlegen. - begründung: letztes mal seien  viele jugendliche am donnerstag  vor karneval angetrunken durch die domstadt getorkelt. 

mag schon sein, lieber herr antwerpes! aber macht nicht euer vorhaben unsere schulen noch
mehr zu verwahranstalten, als sie es ohnehin schon sind? übernehmen diese nicht  schon genug aufgaben, welche ureigentümlich den erziehungsberechtigten obliegen?



- todesanzeige -

  08.01.1909      Millowitsch.jpg (7772 Byte)     20.09.1999

  willy millowitsch

ist tot. am heutigen 25. september wurde er nach einem requiem im kölner dom in der familiengruft auf dem friedhof melaten beigesetzt.

das kölner bürgertum erhob ihn zur kultfigur. bereits zu lebzeiten
wurde ihm ein denkmal gesetzt, was ich übrigens nie habe
nachvollziehen können.

während der trauerfeierlichkeiten, welche auf wdr 3 live übertragen wurden, war mehrmals die musikalisch vorgetragene frage zu hören,
was "wir" kölner ohne unseren willy denn jetzt machen sollen. - ich
halte es da eher mit den ersten takten eines früheren liedchens
von ihm selbst:

"wir sind alle kleine sünderlein, ... `s war immer so, war immer so ..."

trotzdem bzw. gerade deshalb, lieber willy:

maach et  joot !


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