ich, trude herr
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geboren am 4. mai 1927 in köln-kalk, gestorben am 16. märz 1991 in lauris bei
aix-en-provence in südfrankreich und zu grabe getragen am 27. märz in meiner heimatstadt köln, hatte ich, also eure "trudi", "dat tutti" oder "dat pummel", wie mich
meine freunde liebevoll zu nennen pflegten, schon als kind nur den wunsch,
schauspielerin zu werden und meine lieben mitmenschen zu erfreuen.kennt ihr
mich noch?
aber ich hatte das unverschämte glück, mehr als nur eine komödiantin werden zu dürfen, nämlich eines der beliebtesten mädchen, welches meine vaterstadt je hervorgebracht hat.
womit habe ich das nur verdient !
wunderschön war vor allem die zeit in meinem theater im vringsveedel, in welchem ich mich von 1977 bis 1986 zu verwirklichen versuchte. gerade dort habe ich viele von euch als meine zuschauer in mein herz geschlossen und werde euren
allabendlichen applaus niemals vergessen!
doch teils aus frust über die fehlende unterstützung meines kleinen theaters durch die
stadt köln, teils aber auch aus reinem fernweh, machte ich dann von heute auf morgen schluss mit all dem theater und zog spontan in den sonnigen süden.
ich will lieber
einen mann
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mit den männern hatte ich alles in allem allerdings mehr frust als lust. 1969 heiratete
ich in köln zwar einen gewissen ahmed m` barek, den ich aus afrika mitgebracht hatte,
aber meiner ehe war leider keine lange dauer beschieden. nach einem kurzen zwischenstopp in köln nahm ich 1987 erneut abschied von den domtürmen und siedelte zu den fidschi-inseln über, wo ich dann meinen neuen lebensgefährten samuel
bawesi kennen und lieben lernte.im januar 1991 zog ich ein vorletztes mal um, nämlich nach lauris, einem kleinen ort
in der nähe von aix-en-provence in südfrankreich.
und dann, ja dann ging`s noch ein allerletztes mal nach köln. ich wurde sozusagen
auf händen zu meiner letzten (einzimmer-) wohnung getragen. aber daran kann ich
mich nicht mehr erinnern. ich habe es erst tage später hier oben im kölner express gelesen!
schade, dass ich das tolle begräbnis, welches mir meine freunde bereitet haben,
nicht mehr bewusst miterleben durfte !
27.3.
1991
was bleibt, ist unendlich viel, nämlich ein sehr bewegtes leben und die erinnerung an
eine wunderschöne stadt und an ein wunderbares publikum. ich hoffe, gerade die kölner unter euch denken noch mal ab und zu an mich !
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