messer.gif (27849 Byte) die weckschnapp messer.gif (27849 Byte)
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direkt am rheinunfer steht heute noch ein kleiner turm, welcher im volksmund unter dem merkwürdigen namen "die weckschnapp" bekannt ist. er gehörte im mittelalter zu einer bastion, die nach 1400 um die kuniberts-torburg im heutigen stadtteil köln-riehl erbaut worden war. in wahrheit muss es sich wohl um ein benachbartes, heute nicht mehr vorhandenes türmchen gehandelt haben. aber das soll uns hier nicht weiter kümmern.

1 = kunibertsturm     weckschnapp_1.jpg (27976 Byte)     2 = weckschnapp

3 = stadtmauer                       4 = turm zu riehl


wichtig ist, dass -wie auf dem bild zu sehen- die weckschnapp zu einer hälfte im rhein gestanden haben muss, - sonst geht die folgende gar schaurige geschichte nämlich nicht
auf. denn in ihr geht es um die frage, wie die weckschnapp
zu ihrem namen kam.

der sage nach diente dieser unscheinbare turm den kölnern dereinst als gefängnis für todeskandidaten. und grausam, wie das mittelalter nun einmal war, so haben sich auch
 die kölner patrizier damals etwas ganz besonderes
für aufmüpfige widersacher
 aus dem volke ausgedacht:

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dem delinquenten wurde natürlich zunächst sein letzter wille erfüllt,
in aller regel also zwei kölsch.

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dann führte man ihn in den turm. zu essen und zu trinken bekam er dort nichts mehr,
aber dafür entsprach die inneneinrichtung dem neuesten stand
  der damaligen technik.
dieser turm war sozusagen ein penthouse-gefängnis über
drei etagen:

die eigentliche wohnung war das mittlere stockwerk. entlang der turmmauern  zog
 sich ein ca. 2 meter breiter steg aus atmungsaktivem holz.
zur oberen etage führte
 leider kein aufzug, denn so etwas gab es ja damals noch nicht. aber so bot sich
 von dieser mittleren wohnebene ein unverbauter blick zur integrierten
dach- und kellerebene.

wenden wir uns aber jetzt diesem ober- und untergeschoss zu und kommen damit
zum eigentlichen kern der geschichte:

ganz oben unter dem dach der behausung hing in der mitte des turms in ca. 3 meter höhe
 von der wohnebene an einer schnur ein
weck. das ist so eine art brötchen oder eine
semmel, wie man weiter südlich von köln zu sagen pflegt. ansonsten bekam der
 bewohner ja nichts zu essen. was lag also näher als kurz vor dem verhungern hoch zu
springen und nach diesem
 
weck zu schnappen!

aber oweh! ob der ärmste es nun schaffte oder nicht, an sein brötchen zu kommen, - er fiel
 dann in jedem falle senkrecht nach unten, - durch das loch in der wohnebene hindurch
in das tiefgeschoss.

leben und sterben     weckschnapp_2.jpg (21425 Byte)     im weckschnapp

und dort erwarteten ihn 4711 scharfe solinger klingen, welche ihn in 4712 scheiben
schnitten und seine einzelteile rheinabwärts der nordsee zuführten! - wir erinnern uns:
 die wegschnapp stand mit einer hälfte im rhein. - ja, bezüglich entsorgung -ich denke
nur an den müllskandal- waren wir kölner schon immer absolute spitzenklasse! 


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