die
richmodis-sage ![]()
mitten in köln, ganz in der nähe des neumarkts, steht in der richmodisstraße ein haus, aus dessen obersten fenstern die augen zweier pferdeköpfe den erstaunten besucher anschauen.
es erhebt sich die frage, ob pferde
überhaupt treppen steigen können!
die antwort liefert eine gar schaurig-schöne sage, welche auf das jahr 1347 zurückgeht und sich aufgrund ihrer einzigartigkeit inzwischen bis in alle welt herumgesprochen hat.
also, es war so:
im jahre 1347 nahm in unserer damals von der pest heimgesuchten stadt der junge und sehr wohlhabende patrizier mengis von aducht die wunderschöne kölnerin richmodis zur frau.
die beiden waren unsterblich ineinander verliebt und die liebe nahm
kein ende mehr.sechs jahre später aber kam eine zweite pestwelle über das land. und die beiden opferten ihr gesamtes vermögen für die todgeweihten, die man gemeinhin "aussätzige" nannte, - weil sie
aus angst vor ansteckung vor den toren der stadtmauern einfach "ausgesetzt" wurden.irgendwann dann, - es war wohl ein sehr schwarzer freitag im leben der beiden - raffte der schwarze tod, wie man die pest damals zu nennen pflegte, auch unsere liebe richmodis dahin.
der traurige mengis hat dann in seiner not schnell mal das leckere richmodis-kölsch erfunden, drei davon getrunken und mutig zu sich gesagt:
"meine allerliebste richmodis soll ein begräbnis mit allem pipapo bekommen!"
richmodis wurde also mit ihrem gesamten schmuck und einem sündhaft teuren kleidchen à la lagerfeld beigesetzt.
abends hat der mengis sich dann noch einmal elf
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genehmigt und ist dann ebenso schlaftrunken wie einsam ins bett getorkelt.
derweil aber kehrten die totengräber im schutz der dunkelheit auf den friedhof zurück,
um den gar edlen schmuck der verblichenen an sich zu nehmen.nachdem die bösewichte das grab ausgehoben hatten, klappte unsere bis dahin scheintote richmodis - plötzlich und unerwartet - von innen den sargdeckel auf und kippte den frevlern das glas mit dem abgestandenen kölsch ins gesicht, welches mengis ihr nebst einer flönz (blutwurst) und zwei mettbrötchen mit viel öllisch (zwiebeln)
als grabbeigabe mitgegeben hatte.die beiden haben vor schreck die flucht ergriffen und die richmodis dann das grablicht.
und mit diesem in der hand ist sie auf dem schnellsten weg nach hause gelaufen. eine elektrische straßenbeleuchtung gab es ja damals noch nicht!
kurz vor der spätausgabe der tagesschau stand sie dann in ihrem coolen outfit vor der haustür in der richmodisstraße und hat geklingelt. der mengis hat aber nicht aufgemacht, weil er seinen rausch ausschlafen musste, so dass unsere richmodis über ihr handy
den butler angerufen hat.der war dann gott sei dank noch auf und hat dann den mengis wachgerüttelt und ihm gesagt, dass seine frau unten am tor stehe:
nu mach
doch auf !
aber unser mengis hat nur geantwortet: "nö, glaub` ich nicht! meine liebe richmodis lebt ja nun leider nicht mehr. eher kommen meine schimmel die treppe herauf
als dass meine frau vor dem tor steht !" - und sogleich hörte er auf
den stiegen das laute geklappere von pferdehufen.
und so ist es gekommen, dass es in köln heute noch dieses sehr merkwürdige haus in der richmodisstraße gibt, in deren obersten fenstern zwei pferdeköpfe zu sehen sind!