alleine der umbaute raum
des südturms unseres doms beträgt 40.000 kubikmeter. wenn ich mich nicht verrechnet
habe, entspricht dies der menge von 200.000.000 gläsern kölsch, womit man also allen
kölnern über ein halbes jahr lang jeden tag so ein leckeres getränk spendieren könnte.
aber wenden wir uns nun
ernsthafteren dingen zu:
wie auf dem obigen
kölsch-dom-foto im bild festgehalten, räumen am
2. november 1975 zwei ganoven die schatzkammer des doms
aus. in ihren säcken befinden sich juwelen und liturgische geräte im wert von 2 millionen mark.
das prunkstück des
kölner doms ist sicherlich der schrein der heiligen drei könige. und mit diesen verbunden
ist unauslöschlich der name reinhald von dassel:
reinald von dassel kämpft
im 12. jahrhundert an der seite kaiser friedrich barbarossas in italien gegen die lombarden und gegen das papsttum.
um 1120 geboren, wird er 1156 von barbarossa zum reichskanzler berufen und ein
jahr später auf nachdrücklichen wunsch des kaisers zum
erzbischof von köln
"gewählt".
in den acht jahren seines
pontifikats hält er sich aufgrund seiner kriegerischen aktivitäten südlich der alpen
insgesamt weniger als 12 monate in köln auf. während des krieges
werden in der kirche des heiligen eustorgius in der nähe von mailand angeblich die gebeine der weisen aus dem morgenland
gefunden. barbarossa vermacht seinem freund reinald diese kriegsbeute als geschenk.
am 23. juli anno 1164
zieht reinald laut einem eintrag in der kölner königs-chronik unter glockengeläut und
unter dem jubel der bevölkerung mit den gebeinen der heiligen drei könige in köln ein,
"... da er die reliquien zum ewigen ruhme deutschlands nach köln bringt".
sein nachfolger gibt den dreikönigsschein in auftrag, auf dessen rückseite
reinald heute noch als "goldjunge" zu
bewundern ist.

köln wird zu einem
bedeutenden wallfahrtsort, wobei man wissen muss, dass im mittelalter in der alten welt ein reger reliquienhandel herrscht.
der besitz von reliquien ist gleichbedeutend mit tourismus und somit verbundenen mit städtischem wohlstand.
reinhald von dassel stirbt
1167 vor den toren roms an malaria. wen er 1164 wirklich nach köln gebracht hat, das
bleibt letztendlich dem glauben des lesers überlassen!
inzwischen schreiben wir den 25. august 2007. in einem
feierlichen gottesdienst wird im südlichen querhaus des doms ein neues
fenster eingesetzt, welches ca. 113 quadratmeter groß ist. dieses fenster
von gerhard richter, einem der bedeutendsten künstler der gegenwart, besteht
aus 11.500 etwa 9,5 cm großen quadraten und ist über einen zufallsgenerator
am pc erstellt worden. es ersetzt die schmucklose verglasung aus den jahren
nach dem 2. weltkrieg, in welchem durch die bombenangriffe sowohl das
opulente glasbild von 1863 als auch sämtliche aufzeichnungen dieses fensters
vernichtet wurden.
die herstellungskosten in höhe von ca. 400.000 euro kamen
über spenden zusammen. der künstler gerhard richter verdient nichts daran;
vielmehr hat er dieses kunstwerk dem kölner dom geschenkt.
- mehr zum kölner dom auf
der seite über den meister gerhard ! -
|
zurück zum inhalt
|