das
stadtwappen
und die ursula-legende

der schild unseres
stadtwappens besteht zum einen aus drei goldenen kronen auf rotem
grund. diese stehen für die heiligen drei könige, welchen ich mich bereits auf der
unterseite "der kölner dom" ausführlich gewidmet habe.
alt
neu
um den schild herum sieht
man den doppelköpfigen reichsadler mit schwert und zepter. doppelköpfig deshalb, weil
der römische kaiser gleichzeitig der deutsche könig war. die im schild dokumentierten
stadtfarben rot und weiß sind die farben der hanse und erinnern daran, dass köln im
mittelalter eines der bedeutendsten mitglieder der deutschen hanse war.
an dieser stelle soll es
aber mehr um die frage gehen, welche bedeutung
die elf schwarzen
zungen oder flammen auf weißem grund
haben.
oder sind es am ende vielleicht weder zungen noch flammen?
und wieso
gerade elf an der zahl?
die erklärung liefert
eine der merkwürdigsten legenden unserer stadt,
nämlich die ursula-legende, welche zwischen 500 und 1200 n.chr. entstand.
die ursula-legende

im 5. jahrhundert unternimmt die fromme und überaus schöne
bretonische königstochter ursula zusammen mit zehn oder elf ebenso gottgefälligen wie
jungfräulichen freundinnen eine pilgerreise auf einem für damalige verhältnisse wahrhaft luxuriösen schiff, welche sie über die nordsee und dann weiter rheinaufwärts über köln nach rom führt. dass sich die
feministische reisegruppe bei einem zwischenstopp in köln mit einem ausreichenden vorrat
an kölsch eingedeckt hat, ist zwar naheliegend, jedoch
-wie das bei legenden nun mal so ist- nicht urkundlich belegt.

in rom angekommen, sind nicht nur an die 11.000 römerinnen
von den mädels aus dem norden ob ihrer überaus großen frömmigkeit angetan, sondern
auch viele mitglieder der kurie sowie der papst selbst, welcher spontan sein
amt
niederlegt und zusammen mit den oben genannten das pilgerschiff auf
der
rückfahrt nach norden begleitet.

inzwischen schreiben wir das jahr 451. am 21. oktober
treffen die
11.000 jungfrauen samt ihrem geistlichen gefolge wieder in köln ein. aber an einen
fröhlichen umtrunk in der altstadt ist
nicht zu denken. denn der hunnenkönig attila belagert mit seinem
grausamen heer die stadt.
es kommt zu einem fürchterlichen blutbad, bei welchem ursula als letzte stirbt.
als sich die holde prinzessin weigert, attilas heiratsantrag anzunehmen, tötet dieser sie
auf der stelle mit pfeil und bogen.

erst
als sich nach diesem gemetzel das wasser des rheins blutrot verfärbt,
hat der legende nach der himmel ein einsehen. ungezählte engel kommen
über die stadt und vertreiben die feinde.
die elf zungen bzw.
flammen im kölner stadtwappen gehen in wirklichkeit auf das bretonische wappen zurück.
sie symbolisieren 11 schwarze hermelinschwänze auf einem weißen hermelinpelz.
übrigens zählte man im
12. jahrhundert nicht weniger als 12.000 ursula-reliquien, von denen heute weltweit noch
ca. 3.000 vorhanden sind!
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