
auf die frage, warum das
haus in dieser kleinen gasse eine derart hohe hausnummer
hat, komme ich weiter unten zu
sprechen. gehen wir jedoch am besten chronologisch vor:
anno 1695 lässt sich der
italiener giovanni paolo de feminis in köln nieder und beginnt -was jedoch historisch nicht belegt ist-
vermutlich mit der destillation eines "aqua
mirabilis",
also eines wunderwassers mit ca. 80%-igem alkoholanteil, welches gegen krankheiten
vielfältiger art gefeit machen soll.
hatte giovanni etwa
das kölsch erfunden?
aber lesen wir weiter: am
13. juli 1709 landet mit einer boing 4711 und einer geheimen rezeptur in der westentasche auf dem köln-bonner flughafen,
heute "konrad-adenauer-airport"
genannt, ein
gewisser johann baptist maria farina und eröffnet in
der großen
budengasse einen luxusladen. neben anderen artikeln verkauft er dort auch die
schon damals modernen duftwässerchen, parfüms oder deos, wie
wir heute
sagen würden.

anno 1714 spezialisiert
sich dann sein bruder johann maria farina auf
die
produktion eines
angeblichen wunderwassers.
ich bin johann
maria farina.

fast 100 jahre später,
genauer gesagt am 10. august 1803, schließt ein gewisser franz maria farina mit dem kölner kaufmann wilhelm mühlens, wohnhaft in der "klöckergasse", welche später in glockengasse umbenannt wird, einen dubiosen vertrag, um ebenfalls
echt
kölnisch wasser herstellen zu dürfen. in wirklichkeit wollte
mühlens
aber wohl zu recht oder unrecht die namensrechte der familie farina erhalten. wie dem auch
gewesen ist, - ich mische mich nicht in familienangelegenheiten ein.

anno 1810 erlässt dann
ein gewisser napoleon bonaparte ein dekret, wonach in den von frankreich besetzten gebieten alle "heilmittel geheimer art" verboten werden.
nichtsdestotrotz
werden 1822 in der stadt nicht weniger
als 64 kölnisch-wasser-hersteller gezählt. von nun an wird das gebräu nicht mehr als wunderwasser verkauft, sondern einfach als duftwasser, - anfänglich vor allem an die soldaten der
französischen
besatzungstruppen, welche fern der
heimat nun endlich wieder etwas haben, woran sie schnuppern können.

1826 taucht dann die
ehemalige nonne maria clementine
martin auf dem kölnisch-wasser-markt auf. vermutlich hat sie bis dahin mit schnödem weihwasser nicht die besten erfahrungen gemacht. in einer annonce in der kölnischen zeitung vom 7. mai
1826 preist sie ihr
"selbstgefertigtes
kölnisches wasser" an und vertreibt es ab 1827 zunächst unter der bezeichnung "ächtes carmeliter-wasser" und später unter dem markenzeichen "klosterfrau melissengeist".

so brauen in dieser zeit
dutzende hersteller in mehr oder weniger friedlichem
neben- oder
auch
miteinander ihr eigenes "kölnisches wasser" - so wie es ja
heutzutage
auch nicht nur eine einzige kölschsorte gibt.

kommen wir nun zur
beantwortung der oben aufgeworfenen frage nach dem ursprung der hausnummer 4711:
nach einer häuserzählung
im jahre 1794 durch die franzosen beschließt
der kölner rat am 8. april 1796 die
fortlaufende nummerierung sämtlicher kölner gebäude. wilhelm
mühlens wohnsitz in der glockengasse erhält bei
dieser aktion die hausnummer 4711.
die franzosen
als geburtshelfer
seit 1881 wird das
köstliche duftwasser unter der bezeichnung 4711 geführt.


zum schluss mit
klick auf die frau von morgen
geht` s hier
zur webcam!
ausdrücklich sei an
dieser stelle ein weiteres mal betont (vgl.auch mein
prolog), dass meine sicht der dinge nicht
immer ganz ernst gemeint ist und als satire verstanden möchte! eine geschichtsfälschung
oder gar rufschädigung dem hause "farina gegenüber" gegenüber (!!!) liegt mir
völlig fern!
für mich persönlich ist
der begriff "4711" untrennbar mit dem begriff "kölnisch wasser"
verbunden, ob nun welche rechte auch immer bei der familie mühlens, farina, schmitz oder
meier liegen.